CDU, AfD und B90/Grüne kapern Ortsbeirat Schildow

Kommunalpolitik

Hartmut Lackmann als Ältester erinnerte in  der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats Schildow am Donnerstagabend im Bürgersaal an die Leitbild-Diskussionen, die vom damaligen Bürgermeister Brietzke angestoßen worden waren. Mit der Aufforderung, die 2009 formulierten  Zielvorgaben für die Entwicklung der Gemeinde und ihre Ortsteile nicht aus den Augen zu verlieren, überreichte er "insbesondere den neuen Mitgliedern" des Ortsbeirats diese Texte als weiterhin gewichtige Arbeitsgrundlage.  

Bei der Wahl des Schildower Ortsbeirats hatte die CDU mit 27 Prozent der Stimmen deutlich vor der SPD (21%) gelegen, es folgten AfD (19%), B90/Grüne (14%) und DIE LINKE (8%). Die parteilose Rechtsanwältin Silvia Gaideck, seit 2014 Ortsvorsteherin, hatte auf der Liste der SPD 1553 Stimmen bekommen, Katja Behrendt-Didszun 922.

Gaideck erklärte ihre erneute Kandidatur. Ihre bisherige Stellvertreterin Behrendt-Didszun meldete sich zur  Gegenkandidatur und erhielt in geheimer Wahl die erforderliche Mehrheit von 3 Stimmen - nach den Schildower politischen Verhältnissen also von Axel Riesenberg (AfD) und Patrick Schumann (B90/Grünen).

Die neue Ortsvorsteherin bat dann um Vorschläge für den stellvertretenden Vorsitz, und Lackmann schlug Gaideck vor. Daraufhin meldete sich Patrick Schumann, warf seinen Hut in den Ring - und erneut entschied die neue politische Mehrheit von CDU, AfD und B90/Grünen: Der bündnisgrüne Jungstar - im Wahlkampf Podcast-Partner des CDU-Gemeindevertreters Dennis Hentschel - hatte auf die AfD-Stimme gesetzt - und gewonnen.

Die anwesende Joana Ohme (B90/Grüne) hatte noch im Wahlkampf mit einem anonymen Flugblatt ("Hey,  DU!") zur Demo gegen die AfD aufgerufen: "Lebe so,  dass die AfD was dagegen hätte!" Nun gratulierte sie ihrem Parteifreund zur Wahl mit der AfD-Stimme. 

Persönlicher Kommentar: "Es gruselt mich." (Aus Grimms "Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen".

 
 
 

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